Vorsorge

Direktversicherung (arbeitnehmerfinanziert)

Motivation durch soziale Sicherheit

Es gibt heute für den Arbeitnehmer mehr Gründe denn je, sich über seine Altersversorgung Gedanken zu machen.

Jeder weiß, dass im Jahre 2030 ein Beitragszahler für einen Rentner Versicherungsbeiträge bezahlen muss. Da dies kaum möglich sein wird, ergibt sich zwangsläufig die Frage, wie Rentnerinnen und Rentner zukünftig ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

Wer sich also bei seiner Altersversorgung nur auf den Staat verlässt, muss mit einem erheblich verringerten Einkommen rechnen. Hierzu addieren sich noch Korrekturmaßnahmen, zu denen die Rentenreform der Bundesregierung geführt hat. Unter anderem

  • wurde die Lebensarbeitszeit verlängert,
  • wurden Kürzungen bei vorgezogener Altersrente vorgenommen,
  • wurden die Ausbildungszeiten niedriger bewertet,
  • fallen die Rentenanpassungen niedriger aus, weil sie nicht mehr nach der Bruttolohnentwicklung erfolgen, sondern nach der Nettolohnentwicklung.

Durch Umwandlung von Teilen des Gehalts in Beiträge für eine Lebensversicherung in Form der Direktversicherung (Kapitalversicherung auf den Todes- oder Erlebensfall) besteht die Möglichkeit, die Grundversorgung aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu ergänzen, damit eine bestehende Versorgungslücke zu verkleinern und gleichzeitig in erheblichem Maße Steuern zu sparen.

Es wird auf Initiative des Arbeitnehmers zwischen dem Arbeitgeber und einem Anbieter eine Lebensversicherung abgeschlossen. Versicherungsnehmer ist dabei der Arbeitgeber, während der Arbeitnehmer die versicherte Person ist. Somit können die Pauschalbesteuerungsmöglichkeiten des § 40b EStG auch dann in Anspruch genommen werden, wenn der Arbeitnehmer die Beiträge zur Direktversicherung zur Umwandlung von Teilen seines Barlohns selbst finanziert.

Die Leistungen der Versicherung stehen dem Arbeitnehmer bzw. seinen Familienangehörigen unwiderruflich zu, weil Beiträge durch Umwandlung von Teilen des Gehaltes aufgebracht und vom Arbeitgeber überwiesen werden. Dadurch bleibt die Versicherung dem Arbeitnehmer auch dann erhalten, wenn er vor Eintritt der Unverfallbarkeit aus dem Betrieb ausscheidet.

 

Steuervergünstigungen

Die Umwandlung von Gehalts- bzw. Lohnbestandteilen in Versicherungsbeiträge wird staatlich durch hohe Steuervorteile gefördert.

Der Arbeitgeber kann eine Pauschalversteuerung mit einem Steuersatz von 20% plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer durchführen (§ 40b EStG). Somit unterliegen die Beiträge für eine Direktversicherung nicht mehr dem (eventuell) höheren individuellen Steuersatz. Die Pauschalsteuer ist zwar vom Arbeitgeber zu entrichten, kann jedoch gemäß Abschnitt 129 Abs. 2 LStR auch durch Umwandlung von Gehalt finanziert werden.

Die Erhebung der pauschalen Lohnsteuer ist unter folgenden Voraussetzungen zulässig: Das Ablaufalter darf das 60. Lebensjahr nicht unterschreiten, und eine vorzeitige Kündigung der Versicherung durch den Arbeitnehmer muss ausgeschlossen sein.

Die Beiträge zur Direktversicherung dürfen nicht als Vorsorgeaufwendungen nach § 10 EStG geltend gemacht werden. Sofern die Möglichkeit der Pauschalversteuerung Anwendung finden soll, ist nach Abschnitt 129 LStG zwischen Arbeitgeber und Versicherungsgesellschaft vertraglich eine besondere Vereinbarung zu treffen. Die Beträge, die pauschal versteuert werden können, sind in der Regel auf jährlich € 1.742,47 pro Person begrenzt. Wenn innerhalb des Versicherungsvertrages mehrere Arbeitnehmer gemeinsam versichert sind, können bis zu € 2.147,41 jährlich pauschal versteuert werden, sofern der Beitragsaufwand pro versichertem Arbeitnehmer im Durchschnitt € 1.742,47 nicht übersteigt.

Kapitalleistungen aus der Direktversicherung fließen dem Arbeitnehmer bzw. seinen Hinterbliebenen in der Regel steuerfrei zu. Lediglich in den Fällen, in denen die Beträge nicht als Vorsorgeaufwendungen nach § 10 Einkommenssteuergesetz anerkannt würden, sind die Zinserträge im Zeitpunkt des Zuflusses der Versicherungsleistung zu versteuern.

 

Sozialversicherungsbeiträge

Pauschalbesteuerte Direktversicherungsbeiträge unterliegen grundsätzlich der Sozialversicherungspflicht, sofern sie aus laufendem Einkommen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung im Wege der Gehaltsumwandlung finanziert werden, so dass keine Kürzungen bei den Sozialleistungen entstehen.

Direktversicherungsbeiträge, die ausschließlich aus Einmalzahlungen des Arbeitgebers (z. B. Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld) finanziert werden, sind sozialversicherungsfrei. Dies gilt auch dann, wenn bei Anwendung der Durchschnittsberechnung die Aufwendungen im Einzelfall bis zu € 2.100, - betragen (Voraussetzung: gemeinsamer Vertrag).

Es spielt dabei keine Rolle, ob die Steuerbelastung vom Arbeitgeber zusätzlich zum vereinbarten Arbeitsentgelt übernommen oder ob sie durch eine entsprechende Ausweitung der Gehaltsumwandlung wirtschaftlich vom Arbeitnehmer getragen wird.

 

Was passiert beim Arbeitgeberwechsel

Bei Wechsel des Arbeitgebers kann mit dem neuen Arbeitgeber vereinbart werden, dass die Direktversicherung wie bisher weitergeführt wird.

Es ist aber ebenso möglich, die Direktversicherung als Privatversicherung fortzuführen. Die Beiträge können dann im Rahmen der Höchstbeiträge als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Wird die Berufstätigkeit z.B. wegen Kinderbetreuung unterbrochen, kann die Direktversicherung ebenfalls fortgesetzt werden.

 

Keine Nachteile für den Arbeitgeber

für den Arbeitgeber entstehen durch die Direktversicherung keinerlei Nachteile. Unabhängig davon, ob das Gehalt bzw. der Lohn ausgezahlt oder als Versicherungsbeitrag entrichtet wird, bleiben diese Personalkosten steuerwirksame Betriebsausgaben. Da bei Beitragsentrichtung aus Sonderzahlungen auch der Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge spart (sofern der Arbeitsverdienst innerhalb der Beitragsbemessungsgrenzen liegt), wäre die Übernahme der Pauschalsteuer durch den Arbeitgeber ein kostenneutraler Ausgleich, der den Arbeitnehmer besonders motiviert.

 
© 2008 alle Rechte vorbehalten beim Betreiber dieser Domain Diese Seite weiterempfehlen zurück
Weitere Infos zu
Direktvers. (AN-finanz.)
Unverfallbarkeit bis 2001
Unverfallbarkeit ab 2002
Vorsorge
Ruhestandsplanung
Kapitallebensversicherung
britische Lebensversicherungen
BU-Versicherung
Sozialversicherung 2005
Dread-Disease-Police
Fondsgeb. Lebensvers.
Risikolebensvers.
Sterbegeldversicherung
Rentenversicherung
Riester-Rente
Betr. Altersversorgung
Direktvers. (AG-finanz.)
Direktvers. (AN-finanz.)
Krankenversicherung
Kranken-Zusatzvers.
Unfallversicherung
Kinder-Vorsorge
Gruppen-Unfallvers.
Formulare
Kurzmitteilung
Bereiche
Private Versicherungen
Gewerbliche Versicherungen
Vorsorge
Finanzierung
Investment
Versicherungsbedingungen
Gesetzestexte
Versicherungsklauseln
Versicherungslexikon
Allgemeine Informationen
Formulare
Tarifrechner
Schadenservice